Wann wurde das Laufen erfunden? Wie alles begann und wie es sich entwickelt hat

  • VomLukas Hoffmann
  • 2026-01-09
  • Laufen

Wann wurde das Laufen erfunden? Diese Frage klingt zunächst ungewöhnlich, denn Laufen begleitet uns seit den ersten Schritten der Menschheit. Unsere Vorfahren rannten, um Beute zu jagen, Gefahren zu entkommen und große Distanzen zurückzulegen. Heute schnüren wir die Laufschuhe eher für Fitness, Wettkämpfe oder zum Abschalten nach der Arbeit.

Zwischen diesen beiden Extremen liegen Jahrtausende voller spannender Entwicklungen. In diesem Artikel verfolgen wir den Weg vom ersten laufenden Urmenschen über antike Wettkämpfe bis zur modernen Laufszene mit Marathons, Volksläufen und Apps.

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Wann wurde das Laufen erfunden?

Wenn wir fragen „Wann wurde das Laufen erfunden?“, lautet die ehrliche Antwort: gar nicht. Laufen ist keine Erfindung, sondern eine grundlegende Fähigkeit, die sich im Zuge der Evolution entwickelt hat.

Unsere frühen Vorfahren mussten laufen, lange bevor jemand an Sport dachte. Sie verfolgten Beutetiere, suchten neue Lebensräume und flohen vor Raubtieren. Fossile Funde legen nahe, dass sich diese Anpassungen bereits vor rund 1,8 bis 2 Millionen Jahren entwickelten.

Der Körper dieser frühen Menschen war erstaunlich an Ausdauer angepasst: langer Unterkörper, vergleichsweise schmale Hüften, effiziente Atmung und ein Kühlsystem über Schweiß. All das machte es möglich, über Stunden in moderatem Tempo zu laufen.

Wie antike Kulturen das Laufen zum Sport machten

Wann wurde das Laufen erfunden, wenn man nicht nur an Überleben, sondern an bewussten Wettkampf denkt? Die Antwort führt in frühe Hochkulturen, in denen Laufen Teil von Ritualen, Festen und Spielen wurde.

Schon lange bevor es moderne Zeitmessung und Leichtathletikstadien gab, nutzten Gesellschaften Laufwettbewerbe, um Mut, Kraft und Ausdauer zu zeigen. Drei Beispiele verdeutlichen, wie unterschiedlich diese Traditionen waren und wie viel sie gemeinsam hatten.

Das Sed-Fest im Alten Ägypten

Im Alten Ägypten war das Sed-Fest ein zentrales Staatsereignis. Es diente dazu, die Herrschaft des Pharaos zu erneuern und seine körperliche Stärke symbolisch zu bestätigen.

Im Rahmen dieses Festes absolvierte der Pharao verschiedene Rituale, bei denen er unter anderem Laufstrecken zurücklegte. Diese Läufe sollten zeigen, dass er nach vielen Regierungsjahren noch kraftvoll genug war, das Reich zu führen.

Die Strecken waren zwar eher symbolisch als sportlich im modernen Sinn, doch sie hatten eine klare Botschaft: Herrschaft und körperliche Leistungsfähigkeit gehörten zusammen. Damit markiert das Sed-Fest einen frühen Übergang vom reinen Nutzen des Laufens hin zu einer öffentlichen Inszenierung.

Man kann darin einen Vorläufer sportlicher Prüfungen erkennen, bei denen es nicht nur um das Ziel, sondern auch um die Wirkung auf das Publikum geht. Die Idee, Leistungsfähigkeit vor anderen zu demonstrieren, zieht sich bis in den heutigen Spitzensport.

Die Tailteann-Spiele in Irland

Auch in Irland finden wir eine frühe Antwort auf die Frage „Wann wurde das Laufen erfunden – als Wettkampf?“. Die Tailteann-Spiele waren ein großes Fest mit religiösen und gesellschaftlichen Komponenten.

Sie wurden zu Ehren der Göttin Tailtiu ausgetragen und umfassten neben Musik, Dichtung und Ritualen auch sportliche Wettbewerbe. Zu diesen Disziplinen gehörten Laufwettbewerbe, die öffentlich ausgetragen wurden.

Bei den Läufen standen Ehre, Ruhm und Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund. Die besten Läufer erhielten Ansehen, doch die Spiele waren zugleich Treffpunkt für verschiedene Stämme und Familien.

Solche Veranstaltungen zeigen, wie Laufen vom Alltagsgebrauch in einen festlichen Rahmen wanderte. Der Übergang von „ich muss laufen, um zu überleben“ zu „ich laufe, um mich zu messen“ war damit in vollem Gange.

Der erste moderne olympische Lauf

Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit, die 1896 in Athen stattfanden, wurde der Marathonlauf auf Vorschlag des französischen Philologen Michel Bréal ins Programm aufgenommen. Er sollte an die Legende des Boten Pheidippides erinnern. Der erste Olympiasieger im Marathon war der Grieche Spiridon Louis. Obwohl die Distanz in den ersten Jahren variierte, wurde sie 1908 auf die heute gültigen 42,195 Kilometer festgelegt.

Wie antike Kulturen das Laufen zum Sport machten

Wie sich das Laufen weltweit verbreitet hat und zum modernen Phänomen wurde

Wenn wir heute über „Wann wurde das Laufen erfunden?“ nachdenken, müssen wir auch fragen, wie Laufen vom Nischensport zum globalen Trend werden konnte. Drei Entwicklungen waren dabei besonders wichtig.

Der Einfluss der Leichtathletik

Sprint, Mittelstrecke und Langstrecke sind Kernstücke vieler Meisterschaften.

Durch Fernsehen, Livestreams und Medienberichte wurden Rekorde und Duelle weltweit wahrgenommen. Namen von Olympiasiegerinnen und Weltrekordlern sind vielen Menschen bekannt, selbst wenn sie selbst kaum laufen.

Die Leichtathletik hat damit das Bild geprägt, wie „schnelles Laufen“ aussehen kann. Gleichzeitig hat sie Trainingsmethoden, Technik und Regeneration vorangetrieben, von denen auch Freizeitsportler profitieren.

Marathons und der Aufstieg des Langstreckenlaufs

Stadtmarathons kombinieren Sport mit Sightseeing und Gemeinschaftsgefühl. Strecken führen an Wahrzeichen vorbei, Bands spielen am Streckenrand, und Zuschauer feuern die Teilnehmer an.

Für viele Freizeitläufer ist der erste Marathon ein persönlicher Meilenstein. Die Vorbereitung verlangt Struktur, Geduld und eine gute Einschätzung der eigenen Belastbarkeit.

Neben dem klassischen Marathon gewinnen andere Formate an Beliebtheit: Halbmarathons, 10-km-Läufe oder Ultramarathons in der Natur. So findet fast jede Person eine Distanz, die zum eigenen Alltag und Leistungsniveau passt.

Laufkultur: Vom Einzelkämpfer zur Community

Laufen gilt oft als Einzelsport, doch die Realität sieht längst anders aus. Laufgruppen, Vereine und Online-Communitys sorgen dafür, dass man selten wirklich allein unterwegs ist, wenn man das nicht möchte.

Gemeinsame Trainings, regelmäßige Lauftreffs und virtuelle Challenges helfen, dranzubleiben. Austausch über Erfahrungen, Rückschläge und Erfolge schafft ein Gefühl von Zugehörigkeit, das viele motivierend finden.

Wer seine eigene Laufpraxis verbessern möchte, profitiert von Grundlagenwissen. Eine effiziente richtige Lauftechnik reduziert das Verletzungsrisiko, und das Verständnis der eigenen Laufkadenz hilft, den Laufstil ökonomischer zu gestalten.

Wie sich das Laufen weltweit verbreitet hat und zum modernen Phänomen wurde

Fazit

Wann wurde das Laufen erfunden? Je genauer wir hinschauen, desto klarer wird: Laufen wurde nie wirklich erfunden, sondern ist von Anfang an Teil des Menschseins gewesen.

Von Homo erectus, der vor Millionen Jahren Beute über lange Strecken verfolgte, bis zu heutigen Marathons, Parkruns und Bahnrennen spannt sich eine erstaunlich konstante Linie. Laufen diente zuerst dem Überleben, wurde dann Ritual und ist heute Sport, Hobby und Ausgleich zugleich.

Gerade deshalb fühlen sich viele Menschen beim Laufen „natürlich“ und frei. Sie knüpfen unbewusst an Fähigkeiten an, die tief in unserer Evolution verankert sind. Jede Laufeinheit ist damit auch ein Stück Rückkehr zu unseren Wurzeln.

Wer noch am Anfang steht und sich fragt, wie der Einstieg gelingen kann, findet in einer strukturierten Anleitung hilfreiche Orientierung. Ein guter Startpunkt ist eine verständliche Schritt-für-Schritt-Erklärung, etwa dazu, wie man mit dem Laufen beginnt.

FAQs

Ist Laufen die älteste Sportart?

Wenn man Sport im modernen Sinn versteht, dann natürlich nicht. Betrachtet man jedoch körperliche Wettkämpfe und ritualisierte Bewegung, kann Laufen durchaus als eine der ältesten Sportformen gelten.

Wann haben Menschen begonnen, lange Strecken zu laufen?

Schätzungen gehen davon aus, dass diese Form des Ausdauerlaufs bereits vor rund 2 Millionen Jahren praktiziert wurde. Damals war sie Teil einer Jagdstrategie, bei der nicht die Geschwindigkeit, sondern das Durchhaltevermögen entscheidend war.

Warum sind Menschen im Ausdauerbereich besser als im Sprint?

Im Vergleich zu vielen anderen Säugetieren ist der menschliche Körper eher auf Ausdauer als auf kurze Höchstgeschwindigkeit ausgelegt. Wir besitzen vergleichsweise lange Beine, ein aufrechtes Gangbild und ein effizientes Kühlsystem über Schweiß.

Im Gegensatz zu vielen Tieren können wir unsere Körpertemperatur auch bei längerer Belastung gut regulieren. Gleichzeitig erlaubt uns unser Energiestoffwechsel, über längere Zeit im moderaten Tempo aktiv zu bleiben.

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